DER STAHL - DAMASZENER - DAMAST STAHL

AUS ALTER ZEIT: DAMASZENERSTAHL/ DAMASTAHL

Damaszenerstahl/Damaststahl ist ein Schweißverbundstahl (legiertes Eisen und Stahl), der auf eine mehrere Jahrtausende währenden Tradition zurückblickt und aus dem Vorderen Orient stammt. Der Name wurde abgeleitet von Damaskus, da vermutlich in dieser Region die ersten Schmieden den Stahl in dieser Art herstellten.

Die Tatsache, dass sich in ihm eine Kombination unterschiedlicher Stähle findet, führt auch dazu, dass sich deren beste Materialeigenschaften miteinander verbinden und damit für die Flexibilität und die Schnitthaltigkeit von Damaszenerstahl/Damaststahl beitragen – seien es verwendete europäische oder aber auch japanische Stähle.

Welche Stähle auch immer eingesetzt werden: Entscheidend ist bei der Herstellung auch von Laguiole-Messern aus Damaszenerstahl/Damaststahl, dass mehrere Hundert Schichten weichen und harten Stahls miteinander feuerverschweißt werden. Während die härteren Schichten schnitthaltig und stabil sind, dafür aber leichter brechen, gleichen die weichen Stahlschichten dies durch ihre Biegsamkeit und Flexibilität aus. Somit wird zudem auch die Bruchanfälligkeit der gesamten Klinge signifikant reduziert.

Heute wird der Begriff Damaszenerstahl für den sogenannten Schweißverbundstahl genutzt. Dieser wird schon seit über 2000 Jahren in Europa hergestellt und ist durch seine besonders dekorative Musterung in der Beliebtheit ganz vorne dabei.

DAMASZENERSTAHL - WARUM SIND DIE MESSER SO TEUER?

Damaszenerstahl ist leider kein geschützter Begriff, durch die heutige Industrieproduktion werden Damastmesser oftmals durch minderwertige Schweißverbundlaminate hergestellt. Bei diesen Laminaten wird ein normaler Klingenstahl in die Mitte eingebracht, der dann die Schnittaufgabe übernimmt. Auf diesem Klingenstahl werden dann in einem Walzwerk weitere dünne Schichten Stahl aufgebracht. Diese haben jedoch keinerlei Einfluss auf die Qualität, da sie nicht im Bereich der Schnittfläche aufgebracht sind.

Die zweite Variante, die qualitativ bereits deutlich besser ist, wird in sogenannten Monsterpaketen hergestellt. Hierbei wird ein Paket aus aufgeschichteten Stählen, dass mehrere  hundert kg wiegt erwärmt und dann von einer gigantischen Presse verschweißt. Im Anschluss daran wird das Damastpaket in Stücke zersägt und mit Maschinen zu Einheiten geformt aus denen Messer hergestellt werden. Diese Art von Damaststahl hat eine sehr hohe Reinheit und Fehlerfreiheit.

Die dritte und edelste Variante ist und bleibt ein Handgeschmiedetes Damastmesser. Es ist die höchste Kunst des Schmiedens und erfordert langjährige Berufserfahrung. Dabei wird der Damast aus zwei oder auch mehr Stählen mit unterschiedlichen Eigenschaften hergestellt. Als Beispiel dafür benutzt man einmal einen sehr harten und verschleißfesten Stahl und als Gegenspieler einen zähen und flexiblen.

Durch solch eine Kombination ist es möglich eine Damastklinge herzustellen, die eine hohe Schärfe, Härte und Schnitthandlichkeit hat, aber gleichzeitig belastbar und flexibel ist. Das wunderschöne Damastmuster entsteht durch das Feuerschweißen der Stähle, wobei die Klingen oft aus mehreren 100 Lagen Stahl bestehen.